Highlights der aktuellen Ausgabe
Warum das Konzept „Kreative Klasse“ nicht funktioniert
US-Vordenker Richard Florida erklärte uns einst, wie die
Geografie der Coolness in Zukunft funktioniert: Die Stadt müsse
nur in ein paar Museen, Galerien, Theater und revitalisierte
Fabrikbauten (als Büros für Agenturen und kreative Dienstleister)
investieren – und schon würden sich erst Künstler und
Schwule, später wohlhabende Wissensarbeiter ansiedeln. So
weit die Theorie der kreativen Klasse. Die Praxis zeigt inzwischen
folgende Einsicht: Unternehmer tun besser daran, an
solche Vorhersagen nicht zu glauben. Warum ist das so?
Geburtenrate höher als angenommen |
Bevölkerung wird nicht weiter sinken
Die bisherige Berechnung der Geburtenrate berücksichtigte
nicht, dass Frauen immer später Mutter werden. Das hat eine Studie
des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung
ergeben. Demnach stimmt die Zahl von 1,3 Kindern pro Frau in
Deutschland nicht. Heute 34 Jahre alte Frauen werden im Laufe
ihres Lebens 1,6 Kinder zur Welt bringen. Überdies die Prognose:
Die Fruchtbarkeit hat ihren Tiefpunkt überschritten. Die Zahl der
Kinder pro Frau bei ab 1970 geborenen Müttern steigt wieder an.
Der Bund gerät bis 2020 in eine
gefährliche Zinsfalle | Höhere Steuern
Der Trend zum so genannten Big Government hält an.
Rechnen Sie auf absehbare Zeit mit deutlich höheren Steuern.
Aufschläge wird es vor allem bei den einnahmestarken Massensteuern
geben: bei der Einkommen- und Umsatzsteuer.
Wenn der Kunde das neue
Produkt nicht versteht
„Wir bauen eine bessere Mausefalle und die Kunden werden sie
kaufen.“ Dieses Bild beschreibt eine verbreitete Hoffnung von
Unternehmern: Das bessere Produkt schlägt die althergebrachten
Angebote. Die Praxis ist aber oft anders: Kunden bleiben
gerne bei dem, was sie kennen, weil sie es für sicher halten, auch
im B2B-Geschäft.
Persönlicher Kontakt
macht produktiver
Die produktivsten Mitarbeiter sind jene, die enge Beziehungen
in Teams unterhalten und häufig mit Kollegen persönlich sprechen
(nicht am Telefon und via E-Mail). Das stellte die Bank
of America fest, als sie das Kontaktverhalten von 90 ihrer
Callcenter-Mitarbeiter über drei Monate mit Mini-Sendern protokollierte.
Maßnahme: Dieser Effekt sollte für das gesamte
Unternehmen genutzt werden. Die Bank richtete feste Pausenzeiten
für alle ein und ermutigte die Mitarbeiter, diese nicht
allein, sondern in Gruppen zu verbringen.
Internes Facebook ersetzt Internet 1.0
Social-Media-Anwendungen haben bei Reno das Internet der
ersten Generation ersetzt. Abgeschafft wurden betriebsintern:
das Intranet, die E-Mails unter Mitarbeitern, die zentrale Speicherung
von Daten und die Filialbibliothek. Der Schuh-Filialist
mit Hauptsitz in Osnabrück nutzt als Kommunikationsplattform
ein internes Facebook (IBM Connections).
Die 6-Sekunden-Videoschleife |
Neues Werbeformat | Anbieter Vine
Dieses neue Werbeformat sollten Sie kennen: Vine ist ein Internetdienst,
über den ausschließlich ultrakurze Videos verbreitet
werden. Die Clips dürfen maximal sechs Sekunden lang sein
und werden in einer Endlosschleife wiedergegeben, ohne Ton.
Hinter dem Service steht der Kurznachrichtendienst Twitter.