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Der Trendscanner Trend-News Wie Wertschöpfung vor Ort in den USA die Ära nach der Krise prägt

veröffentlichts am Dienstag, 24.04.2012

Wie Wertschöpfung vor Ort in den USA die Ära nach der Krise prägt

Wir bewegen uns langsam aus einer Arbeitskultur heraus, die Outsourcing auf Gedeih und Verderb durchsetzte. Auch von der alten Weisheit, dass die Ansiedlung großer Unternehmen für die Menschen vor Ort nur Segen brächte, müssen wir uns verabschieden.
Das heißt nicht, dass Globalisierung gescheitert ist oder wir künftig weniger international agieren werden. Aber immer mehr Studien und Best-Practices belegen, dass die Stärkung autonomer Strukturen vor Ort, in den jeweiligen Regionen, eine nachhaltigere Wertschöpfung für die Menschen, für die Region, aber auch für die Unternehmen gewährleisten.

Der Befund: Eine aktuelle Studie aus den USA („Cambridge Journal of Regions, Economy and Society“, März 2012) zeigt, dass eine vitale Unternehmenskultur vor Ort nur Gewinner produziert.

Selbst an den Gesundheitswerten der Bevölkerung ist ablesbar, wo eine integrierte Wertschöpfungskultur zwischen Unternehmen, Region und den Menschen der Region vorherrscht und wo nicht.

Der Hintergrund: Ähnlich wie bei uns galt in den USA in den 1970er Jahren die Ansiedlung von Großunternehmen als Glückstreffer: höhere Gewerbesteuer, Aufmerksamkeit in den Medien, gut bezahlte neue Jobs für die Menschen vor Ort.

Gute 3 Jahrzehnte, einige Struktur- und 2 Finanzkrisen später bot sich den Forschern ein anderes Bild. Viele der großen Unternehmen waren längst in Billiglohnländer gewechselt.

Zwischen 1988 und 2003, das belegt die Langzeit-Studie der Baylor und der Louisiana State University (USA), gingen die Löhne in den großen Unternehmen (500 Mitarbeiter und mehr) insgesamt um 33 % zurück.

Die verbliebenen Großunternehmen (speziell die großen Händler) hatten längst begonnen, ihre Belegschaft zu reduzieren. Festangestellte wurden entlassen und als Freelancer wieder eingestellt. Es gab immer weniger Vollzeitstellen, dafür 30-Stunden-Jobs, die das zu machen hatten, was sonst ein Vollzeitmitarbeiter leistete.

Die Ergebnisse: Die Datenauswertung in 3.060 Regionen unter Hinzunahme mehrerer staatlicher Gesundheits- Reports förderte zutage, dass KMU auf lange Sicht mehr und sichere Jobs schaffen.

Darüber hinaus konnte eine klare Wechselwirkung zwischen der Anzahl kleiner Unternehmen und dem Gesundheitszustand in den Regionen nachgewiesen werden: Dort, wo sich verstärkt KMU ansiedelten, lebte auch die gesündere Bevölkerung.

Ein wichtiger Grund dafür: In KMU wurde eine in der Regel gesündere Beziehung zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer beobachtet. Das lässt sich wiederum darauf zurückführen, dass sich die kleinen Unternehmen stärker der Region und den Menschen verpflichtet fühlen.

Weswegen es sinnvoll ist, lokale Start-ups zu unterstützen

Lokale Start-ups schaffen nicht nur sichere Arbeitsplätze, sie treten auch mit Infrastrukturknappheiten auf, die von anderen Unternehmen in der Region befriedigt werden können. Das hat Stephan Goetz, Professor für Landwirtschaft und regionale Entwicklung am Northeast Regional Center for Rural Development (State College, Pennsylvania), untersucht.

In der Studie wurden Unternehmensdaten von Firmen in 2.953 US-Landkreisen ausgewertet. Wichtig dabei: Die Beobachtung, dass die Förderung junger Unternehmen vor Ort langfristig den Wohlstand in der Region sichert, trifft sowohl auf ländliche Gebiete als auch auf suburbane Zonen und Metropolregionen zu.

Lokale Start-ups versprechen:

  • Zukunftspotenzial in Form von „Innovation vor Ort“
  • Stärkung der Wertschöpfung vor Ort
  • langfristig eine hohe Identifikation zwischen Unternehmen, Region, Bevölkerung und Mitarbeitern
  • Gewährleistung einer gesunden und nachhaltigen Entwicklung für die Menschen in der Region

Auf was sich Global Player stützen:

  • Interne Beschaffung, Vertrieb, Controlling etc. lassen sich tendenziell nicht im Sinne der Region kapitalisieren, sondern eher im Sinne des Unternehmensverbunds.
  • Identifikation der Großfirmen mit der Region beschränkt sich auf Standortfaktoren wie Gewerbesteuer, Lohnkosten und Kaufkraft.
  • Sekundäre Wertschöpfung im Sinne der Region spielt für Großunternehmen in der Regel keine Rolle.
  • Innovation wird in Großunternehmen nicht in der Region und für die Region verwertbar, sondern nutzt nur dem Großunternehmen und strahlt nicht aus in die Region.
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„Der TrendScanner bringt eine prägnante Zusammenfassung der Trends von Morgen. Durch diese Infos weiß ich, was die Menschen, die Unternehmen, den Handel von morgen umtreibt.”

Birgit Baumann, Stadtverwaltung Heidenheim

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