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Marketing der Zukunft

Jenseits der alten Denkmuster: Marketing der Zukunft

  • Der Kunde wird Ihr wichtigster Marketing-Mitarbeiter der Zukunft. Denn: Von den Konsumenten selbst geschaffene Medien (Consumer Generated Media), wie etwa Internet-Tagebücher oder Foren, ersetzen zunehmend Massenwerbung. Vier von fünf Kunden recherchieren heute vor dem Kauf hochwertiger Produkte im Internet. Und hier finden sie vor allem die Stimmen von Amateuren vor. Das sind die Beeinflusser von morgen. Ihre Aufgabe lautet in Zukunft: Versorgen Sie Fan-Communities und Meinungsmacher mit Informationen.

  • Der Kunde gestaltet Ihre Marketing-Kampagne der Zukunft. Kodak, American Express und der Sportschuhhersteller Converse haben schon damit experimentiert: Diese Firmen lassen Werbespots von ihren Kunden drehen. Meist veranstalten die Firmen einen Wettbewerb im Internet, bei dem der beste Clip prämiert wird. Vorteil: Von Nutzern gestaltete Werbung wirkt authentisch. Allerdings birgt die Strategie auch einige Risiken: Als der US-Autohersteller Chevrolet einen Clip-Wettbewerb für einen neuen Geländewagen startete, wurden vor allem Spots eingesendet, die sich kritisch mit dem Spritverbrauch des Wagens auseinander setzten.

  • Werben Sie für die Konkurrenz. Preis-Suchmaschinen als Marketing-Tool der Zukunft, denn sie machen im Internet Märkte völlig transparent. Wer am billigsten anbietet, finden Kunden mit einem Klick heraus. Einziger Ausweg: Bieten Sie selbst Preisvergleiche auf Ihrer Homepage an – selbst wenn das bedeutet, auch die Angebote der Konkurrenz zu nennen. Nur so behalten Sie das Zepter in der Hand und können den Kunden vom reinen Kaufargument Preis wegbewegen – zum Beispiel, indem Sie die Leistungen der eigenen Produkte gegenüber der Konkurrenz herausstellen.

  • Ihr wichtigstes Plakat ist unsichtbar. Internet-Suchdienste wie Google werden bald über jeden Quadratmeter der Erde Informationen anbieten. Konsumenten rufen Daten über Hotels, Geschäfte, Kinos mit ihren Navigations-Handys oder Minicomputern ab. In diesem Internet der Dinge präsent zu sein, wird in einigen Jahren eine Frage des Überlebens für Unternehmen sein. Doch Geomarketing ist mehr als eine digitale Version der Gelben Seiten. Positionsbezogenes Marketing eröffnet in Zukunft völlig neue Möglichkeiten. Beispiel: Die New Yorker Firma GPShopper bietet eine Art Schnäppchenalarm. Kunden geben per Handy ein bestimmtes Produkt an. GPShopper ermittelt die Position des Mobiltelefons, und sobald der Kunde ein Geschäft passiert, in dem das gewünschte Produkt im Sonderangebot ist, klingelt sein Handy (www.gpshopper.com/slifter/index.shtml).

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Marketing-Agenda der Zukunft: So machen Sie Ihr Geschäft fit für die kommenden Jahre

1. Tipp Zukunfts-Marketing: Feminisieren Sie das Marketing

Weibliche Kunden zu gewinnen lohnt sich mehr denn je. Denn:

  1. Frauen leisten seit der Finanzkrise einen größeren Beitrag zum Haushaltseinkommen.
  2. Weibliche Kunden sind loyaler und empfehlen Produkte, die sie mögen, häufiger weiter.
  3. Frauen entscheiden darüber, wie 80 Prozent des Haushaltseinkommens ausgegeben werden (Wert für die USA). Banal, aber dennoch oft vernachlässigt: Setzen Sie in Zukunft ein Marketingteam auf das Thema an, in dem auch Frauen sitzen!

2. Tipp Zukunfts-Marketing: Werben Sie im Geoweb

Der Konsument von morgen schaut bei der Suche nach Produkten und Dienstleistungen auf sein Handy; das Mobiltelefon wird zum Navigator in allen Lebenslagen. Es zeigt zu jeder geografischen Position alle Unternehmen an – und blendet gleich noch die passenden Kundenbewertungen ein. Diese Daten bezieht das Handy aus dem Internet. Um im so genannten Geoweb, den Gelben Seiten der Zukunft, präsent zu sein, sollten Sie jetzt zwei Maßnahmen ergreifen:

  • Setzen Sie die Adressen Ihrer Standorte auf Ihre Homepage, inklusive der Geokoordinaten (zeigt jedes handelsübliche Navigationsgerät auf Wunsch an)!
  • Tragen Sie sich in die Datenbanken von Navigationsgeräten ein, etwa bei Teleatlas (05127/408 50, www.teleatlas.de) oder Falk (www.falk.de/poicommercialisation/view/welcomeView.jsp). Preis: ca. 300 Euro pro Jahr.

3. Tipp Zukunfts-Marketing: Nutzen Sie jetzt Online-Videos

Wer als Unternehmen jetzt auf YouTube & Co. wirbt, streicht Pioniergewinne ein. Maßnahmen:

  • Stellen Sie Produktvideos ins Netz. Zerstückeln Sie den Inhalt so, dass keines der Videos länger als 3 Minuten läuft. Laden Sie möglichst viele Clips hoch.
  • Beschreiben Sie Ihr Video gut. Vor dem Hochladen müssen Sie bei YouTube einen Begleittext mit Stichworten formulieren. Finden Sie heraus, welche Worte Internetsurfer verwenden, wenn sie nach ihrem Thema suchen (gute Vorschläge dazu macht ein Google-Dienst: https://adwords.google.de/select/KeywordToolExternal).
  • Wählen Sie einen passenden Titel und geben Sie Tags ein (Schlagwörter, die Sie für Ihre Videos frei vergeben können). Verwenden Sie dabei Wörter, die für Ihre Zielgruppe relevant sind und keine werblichen Phrasen („Super Video“).

4. Tipp Zukunfts-Marketing: Öffnen Sie im Netz einen Rückkanal für Kunden

In Zukunft wird es für alle Unternehmen wichtiger, Rückmeldungen von Kunden einzusammeln. Der Weg der Wahl sind dabei Online-Bewertungssysteme. Das sind die Erfolgsfaktoren:

  • Die Masse macht’s. Sobald auf Ihrer Homepage mehr als 20 Kunden-Bewertungen für ein Produkt zu sehen sind, steigt dessen Absatz merklich an (Quelle: Versuche des Software-Herstellers Bazaarvoice). Schlussfolgerung: Regen Sie die Kunden schon beim Kauf an, ihre Meinung im Netz kundzutun.
  • Keine Angst vor Kritik. Versuche zeigen: Entscheidend ist, dass die meisten Kunden das Produkt überhaupt bewerten; gelegentliche negative Urteile spielen keine Rolle. Ausschließlich positive Beurteilungen dagegen schrecken ab. Schlussfolgerung: Versuchen Sie nicht, kritische Stimmen zu unterdrücken!
  • Authentische Stimmen sind gefragt. Neukunden bevorzugen im Netz die schnelle Information, kein professionelles Test-Urteil. Zu lange oder technische Bewertungen schrecken ab. Schlussfolgerung: Lassen Sie die Kunden die Bewertungen anderer Kunden benoten (Schaltfläche: „War diese Bewertung hilfreich?“); so sortieren sich ungeeignete Beiträge von selbst aus.

5. Tipp Zukunfts-Marketing: Machen Sie Kunden zu Mit-Verkäufern

Nichts überzeugt Konsumenten mehr als die Meinung eines begeisterten Kunden. Dass Empfehlungs-Marketing auch außerhalb des Internet funktioniert, zeigt der Online-Händler Amazon mit seinem elektronischen Buch Kindle. Prinzip: Überzeugte Käufer des Geräts können auf einer speziellen Webseite ihre Kontaktdaten hinterlassen („See a Kindle in Your City“). Kunden wiederum, die sich für einen Kindle interessieren, können mit einem Fan in der Nähe Kontakt aufnehmen. Beide Parteien treffen sich dann zu einer Live-Vorführung, meist in einem Café oder Buchladen.

6. Tipp Zukunfts-Marketing: Lassen Sie die Kunden feilschen

Beispiel: Der US-Versand West Coast Golf Online bietet auf seiner Webseite neben dem „Kaufen“-Knopf eine weitere Option an: „Ein Angebot machen.“ Kunden, die diese Schaltfläche anklicken, können für das jeweilige Produkt ein Gebot abgeben – ähnlich wie bei eBay. Ein Rechner vergleicht den Preis mit einem vorher festgelegten Minimum. Liegt das Gebot des Kunden darüber, erhält er die Ware zu seinem Preis. Der Versand hat seinen Umsatz so vervielfacht! Denken Sie auch darüber nach, Produktproben kostenlos anzubieten oder den Kunden den Preis bestimmen zu lassen.

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„Mir gefällt am TrendScanner die konsequente Ansprache innovativer Trends.“

Dr. Matthias Leder, IHK Gießen Friedberg
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